Party auf dem Dorf

Wir wollten einmal nicht an der längsten Theke in Düsseldorf feiern oder auf die Balearen fliegen und auch nicht nach Lloret de Mar fahren, das kannten wir alles schon und das war uns dann auch zu hektisch und nicht zuletzt zu teuer. Dennoch wollten wir wieder mal alle gemeinsam im Freundeskreis ein schönes Wochenende verbringen und den Geburtstag von Iris feiern. Gerade sie hatte dann die zündende Idee, fühlte sie sich ja auch dazu verpflichtet, denn es handelte sich ja um ihren Geburtstag. Die Eltern ihres damaligen Freundes wohnten auf dem Dorf und wir sollten alle gemeinsam dieses Dorf heimsuchen und dort feiern. Der Vorschlag wurde mit allgemeiner Skepsis aufgenommen, aber da Iris darauf insistierte, meinten wir, dass wir es auf einen Versuch ankommen lassen sollten. Und so starteten wir am Freitag nachmittag alle gemeinsam mit unseren Autos und kamen nach nur 90 minütiger Fahrt auf dem Dorf an. Und es war ein Dorf wie es im Buche steht. Dort gab es nicht einmal eine Verkehrsampel und nur eine Straße, nämlich die auf der wir gekommen waren.

Die Übernachtung war gesichert, wir konnten uns für wenig Geld im alten Schloss einmieten, das auf Grund der Abgelegenheit des Dorfes ansonsten touristisch nicht genutzt wurde. Das war schon mal ganz romantisch. Wir tranken noch ein paar Bier und gingen dann schlafen. Der kommende Tag war ausgefüllt. Am Morgen hieß es, Holz einschlagen, denn es sollte eine Überraschung geben. Diese war dann das Braten eines Spanferkels in einem alten gemauerten Ofen, der im Garten der Eltern stand. Zuerst wurde im Ofen Feuer angezündet und immer wieder nachgelegt, denn das Gestein musste auf Temperatur gebracht werden. Nach einer Stunde war es dann soweit. Die Glut im Ofen wurde an die Ränder geschoben und das Blech mit dem Ferkel in diesen hinein. Die gusseiserne Tür schloss noch recht gut. Während des Feuerns und des Aufpassens auf das Schwein im Ofen wurde natürlich schon Bier verzehrt – es war ja auch sehr warm am Ofen. Wir saßen um diesen herum und erzählten, was wir in den letzten Monaten erlebt hatten. Die Zeit verging wie im Fluge.

Einige von uns waren im nahe gelegenen Wald und kamen mit einem Korb Pilze zurück. Diese putzten wir gemeinsam und stellten sie mit Butter und Gewürzen in einer Pfanne zu dem Schwein.
Inzwischen hatten wir im Garten auch Tische aufgestellt und Stühle gruppiert. Alle hatten jetzt Hunger. Das Schwein sah Klasse aus und schmeckte ebenso. Dazu gab es die Pilze und geröstetes Brot sowie eine riesige Schüssel frischen Salates. Nach dem Essen entzündeten wie ein Lagerfeuer und in der Sommernacht saßen wir noch lange um dieses herum und erzählten und sangen zur Gitarre bis der Morgen graute.

Am Sonntag schliefen wir uns aus, räumten den Garten auf und machten uns am Nachmittag wieder auf den Heimweg. Nun mag mancher von euch sagen, unter einer Party stelle er sich aber etwas anderes vor. Aber es war eben einmal etwas anderes, als besoffen von einer Kneipe zur nächsten zu ziehen oder nach dröhnenden Rhythmen halb taub in der Disko abzutanzen. Diese Party auf dem Dorf hat jedenfalls dem Zusammenhalt in unserem Freundeskreis sehr gut getan.